Ein Dino im UN-Gebäude?

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Japan bekommt für seine rückschrit­tliche Energiepoli­tik den Neg­a­tivpreis „Fos­sil of the Day“ ver­liehen.

Das Kli­maak­tion­snet­zw­erk (Cli­mate Action Net­work, CAN) ist ein weltweit­er Zusam­men­schluss von über 950 Nichtregierung­sor­gan­i­sa­tio­nen aus mehr als 110 Län­dern. CAN wen­det sich an die Poli­tik und die Zivilge­sellschaft, um den men­schengemacht­en Kli­mawan­del zu begren­zen und das Prinzip der Nach­haltigkeit zu fördern.

Bei den UN-Weltk­limagipfeln wie auch in den Zwis­chen­ver­hand­lungsrun­den ist CAN vor Ort und stre­it­et für den Kli­maschutz. Lob und Tadel für Län­der, die sich beson­ders inten­siv für bzw. gegen einen ehrgeizigen Kli­maver­trag ein­set­zen, wird von CAN medi­en­wirk­sam durch die Ver­lei­hung der Preise „Ray of the Day“ und „Fos­sil of the Day“ vergeben. Im Juni ist Japan zum “Fos­sil” unter den Kon­feren­zteil­nehmern gewählt wor­den. Grund dafür ist zunächst das schwache Emis­sion­sre­duk­tion­sziel, zu dem sich Japan verpflichtet hat – aus­ge­hend vom Ausstoß-Vol­u­men im Jahr 1990 sollen die Emis­sio­nen bis 2050 lediglich um 18 Prozent reduziert wer­den. Zum Ver­gle­ich: Deutsch­land strebt eine Reduzierung von 80–95 Prozent für densel­ben Zeitraum an.

Und nicht nur im eige­nen Land kann Japan offen­bar nicht von der Kohle lassen. Auch im Aus­land – vor allem in den Entwick­lungslän­dern, die ohne­hin stark vom Kli­mawan­del betrof­fen sind – finanziert Japan Kohlepro­jek­te. Als größter Finanzier­er der­ar­tiger Pro­jek­te (16,8 Mrd. US-Dol­lar) beste­ht Japans Entwick­lung­shil­fe zu einem großen Teil darin, den Bau neuer Kohlekraftwerke in Län­dern des glob­alen Südens voranzutreiben. Was als Bekämp­fung von Armut und dem Zugang zur Energie gerecht­fer­tigt wird, führt auf lange Sicht zu Umweltschä­den und der Block­ade des Aus­baus von erneuer­baren Energien.

Bis­lang ist Japan noch nicht von sein­er kli­maschädlichen Energiepoli­tik abgewichen und in Bonn endete heute die let­zte Woche der Bon­ner UN-Zwis­chen­ver­hand­lun­gen vor dem Paris­er Klimagipfel im Dezem­ber. Grund genug, um noch ein­mal ver­schärft eine Poli­tik­wende Japans im Hin­blick auf seine in- und aus­ländis­chen Kohlepro­jek­te zu fordern. Daher haben wir Jugend­delegierten am Don­ner­stag ein Zeichen gegen die rück­wärts­ge­wandte Kohle­poli­tik Japans geset­zt. Bei der Protes­tak­tion „Stop Coal Finance“ wur­den wir von japanis­chen Umwel­tor­gan­i­sa­tio­nen unter­stützt.

Die Dinosauri­er sind vor 65 Mil­lio­nen Jahren aus­gestor­ben. Es bleibt zu hof­fen, dass die Kohle­poli­tik in naher Zukun­ft das gle­iche Schick­sal ereilt.

Text: Anna Braam

Bilder: CAN

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