Eine Frage der Gerechtigkeit: Der „Green Climate Fund“ am Scheideweg

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marshall

Tai­fun ver­wüstet die Philip­pinen“, „Tote durch Mon­sun­re­gen­fälle in Pak­istan“, „Kiri­bati dro­ht im Meer zu versinken“ — Schlagzeilen wie diese beherrschen regelmäßig die Medi­en. Wenn Kli­mafol­gen wie diese schon nicht (mehr) ver­hin­dert wer­den kön­nen, beste­ht nicht zumin­d­est eine Möglichkeit den betrof­fe­nen Län­dern zu helfen?

Anpas­sungsstrate­gien an die Fol­gen des Kli­mawan­dels wer­den unter dem Begriff Adap­ta­tion zusam­menge­fasst. Dieser Bere­ich hat in den let­zten Kon­feren­zen deut­lich an Bedeu­tung gewon­nen, da mit­tler­weile auch den let­zten Delegierten klar gewor­den ist, dass der Kli­mawan­del und die damit ver­bun­de­nen Auswirkun­gen auf die natür­liche Umwelt und die Gesellschaft nicht nur vage Ver­mu­tun­gen son­dern spür­bare Real­ität sind – sei es das glob­ale Schmelzen der Gletsch­er und Polkap­pen, der damit ver­bun­dene Anstieg des Meer­esspiegels oder die Zunahme an Extremwet­ter­ereignis­sen wie Stür­men oder Über­schwem­mungen, um nur einige Aspek­te zu nen­nen. Die Fol­gen des Kli­mawan­dels sind vielfältig, demen­sprechend vari­abel und indi­vidu­ell müssen auch die zu ergreifend­en Gegen­maß­nah­men sein.

 

 

Auf den Kli­makon­feren­zen beschäftig sich unter anderem der soge­nan­nte Sub­sidiary Body for Sci­enc­tif­ic and Tech­no­log­i­cal Advice, kurz SBSTA, mit diesem The­ma. Dieser unter­stützt die Kli­maver­hand­lun­gen durch die Beratung und Bere­it­stel­lung von Infor­ma­tio­nen bei wis­senschaftlichen und tech­nol­o­gis­chen Fragestel­lun­gen. Das Haup­tau­gen­merk liegt dabei auf den drei Bere­ichen Kli­mafol­gen (Impact), der Anfäl­ligkeit der einzel­nen Staat­en (Vul­ner­a­bil­i­ty) und den Anpas­sungsstrate­gien (Adap­ta­tion). Hier­bei kommt ins­beson­dere dem let­zten Punkt eine beson­dere Bedeu­tung zu. Deutsch­land und andere Indus­trielän­der haben genü­gend tech­nol­o­gis­ches Knowhow und aus­re­ichend finanzielle Mit­tel zur Ver­fü­gung, um den Verän­derun­gen durch den Kli­mawan­del wirk­sam ent­ge­gen­zutreten. Dies gilt jedoch nicht für die Entwick­lungslän­der. Und ger­ade dort wird der Kli­mawan­del am stärk­sten zu spüren sein. Län­der wie Banglade­sch und Äthiopi­en, Insel­staat­en wie Kiri­bati und die Mar­shallinseln führen schon jet­zt einen täglichen Kampf gegen die unmit­tel­baren Fol­gen des Kli­mawan­dels, der sich in naher Zukun­ft noch ver­schär­fen wird. Doch ohne die Unter­stützung der Indus­trielän­der und ein­er sofor­ti­gen Umset­zung eines wirk­samen Hand­lungs­plans wird dieser Kampf aus­sicht­s­los sein.

 

 

Aus diesem Grund wurde der Grüne Kli­ma­fonds (Green Cli­mate Fund) ins Leben gerufen. In diesen Fonds zahlen die Indus­trielän­der Geld ein, das wiederum von den Entwick­lungslän­dern für effek­tiv­en Kli­maschutz ver­wen­det wird. Dabei soll die eine Hälfte des Geldes für Kli­maschutzpro­jek­te, die andere Hälfte von den betrof­fe­nen Län­dern für die Anpas­sung an den Kli­mawan­del einge­set­zt wer­den. Es geht hier um eine Menge Geld. Auf der Kli­makon­ferenz in Kopen­hagen haben sich die Indus­trien­atio­nen dazu verpflichtet, ab 2020 jährlich 100 Mil­liar­den Dol­lar für diesen Kli­ma­fonds zur Ver­fü­gung zu stellen. Deutsch­land nimmt mit seinem engagierten Ein­satz für den Grü­nen Kli­ma­fonds eine Vor­re­it­er­rolle unter den Indus­tri­es­taat­en ein. So hat Deutsch­land dieses Jahr seinen Beitrag zur Kli­ma­fi­nanzierung von 2 auf 4 Mil­liar­den Dol­lar ver­dop­pelt – in der Hoff­nung, dass es andere Indus­tri­es­taat­en gle­ich­tun wer­den. Ob allerd­ings bis zum Jahr 2020 die tat­säch­lich nöti­gen Gelder durch die Indus­tri­es­taat­en zusam­menkom­men, ist noch fraglich – bish­er wur­den näm­lich erst knapp 10 Mil­liar­den eingezahlt. Der Grüne Kli­ma­fonds ste­ht in Paris auf der Kippe und damit die Exis­tenz von Mil­lio­nen von Men­schen.
Text: Tilman Kiesel
Bilder: Tilman Kiesel
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