Deutschlands Plan vom Klimaschutz

Der „Kli­maschutz­plan 2050“ ist zurzeit im Entwurf und es beste­ht noch kein Kon­sens zwis­chen den Ressorts der Bun­desregierung. Der Entwurf sieht eine Hal­bierung der Treib­haus­gas (THG)-Emissionen im Energiesek­tor bis 2030 vor. Zu diesem Zweck strebe man einen Ausstieg aus der Energieerzeu­gung durch Kohle „deut­lich vor 2050“ an. Fern­er halte man am oben genan­nten Kli­maziel der EU fest, wobei sich Deutsch­land am „oberen Ende ori­en­tieren“ solle.

Bis zum Jahr 2013 hat Deutsch­land seine THG-Emis­sio­nen um rund 24% gegenüber dem vorindus­triellen Niveau gesenkt[1]. Um diese Entwick­lung bess­er einord­nen zu kön­nen, lohnt sich ein Blick in das „Kli­maschutz-Aktion­spro­gramm 2020“, das Ende 2014 ver­ab­schiedet wurde, um die Lücke zwis­chen früheren Maß­nah­men und dem Kli­maschutz­plan 2050 zu schließen. In dem Aktion­spro­gramm einigt sich die Bun­desregierung darauf, bis 2020 Deutsch­lands THG-Emis­sio­nen um 40% gegenüber dem vorindus­triellen Niveau zu senken. In Anbe­tra­cht der Entwick­lung der let­zten Jahre, scheint dieses Etap­pen-Ziel mit­tler­weile unerr­e­ich­bar. Um die Emis­sio­nen gemäß dem EU-Ziel um bis zu 95% zu senken, sind daher sehr ambi­tion­ierte Schritte notwendig. Den­noch erwarten deutsche Delegierte von der endgülti­gen Ver­sion des Kli­maschutz­plans 2050 keine genauen Details zu konkreten Maß­nah­men.

Es sollte allmäh­lich deut­lich wer­den, dass keine Zeit mehr für vage Hand­lungsempfehlun­gen ist, son­dern das Paris Abkom­men als Auf­forderung ver­standen wer­den soll, jet­zt die richti­gen Schritte schnell­st­möglich einzuleit­en. Um die ein­gangs erwäh­n­ten Forschungsergeb­nisse aufzu­greifen: Für das 1,5°C-Ziel wären selb­st 100% erneuer­bare Energien noch zu wenig! Denn dieses Ziel würde zusät­zlich zu drastis­chen Einsparun­gen mit­tler­weile eine aktive Reduk­tion der bere­its vorhan­de­nen Treib­haus­gase in der Atmo­sphäre erfordern. Diese „neg­a­tiv­en Emis­sio­nen“[2] sind längst Teil der Ver­hand­lun­gen, sor­gen allerd­ings ständig für kon­tro­verse Diskus­sio­nen, da die Risiken und über­haupt die Ver­füg­barkeit noch nicht allum­fassend bekan­nt sind.

Die Devise lautet daher ein­deutig, sich nicht auf dem Erfolg des Paris Abkom­mens auszu­ruhen, son­dern es ohne weit­ere Verzögerung umzuset­zen!

Text: Simon Lange

[1] UBA Emis­sion­ssi­t­u­a­tion 25. Feb­ru­ar 2014

[2] Hierzu gibt es einen infor­ma­tiv­en Artikel von Veroni­ka und Luja aus unser­er JBZE-Kli­madel­e­ga­tion (Link: blogs.klimaretter.info/bonn-2016/)

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