Ozean Konferenz 8.6.17 — „Zumindest wird nun darüber geredet“

Anlässlich der UN Ozean-Kon­ferenz in New York ver­anstal­tete die Schwedis­che Botschaft gestern in Berlin eine Vor­trags- und Diskus­sion­srunde mit Live-Schal­tung nach New York. Leonie aus unser­er Del­e­ga­tion berichtet:

Zumin­d­est wird nun darüber gere­det“ – So lautet der Grundtenor der Ver­anstal­tung.

Viel zu spät kam auf inter­na­tionaler Ebene die Ein­sicht über Ozeane zu reden – dementsprechend groß sind nun der Hand­lungs­druck und die bevorste­hen­den Hausauf­gaben. Plas­tik­müll, reduzierte bis ausster­bende Fis­chbestände, Dead Zones, das Ster­ben von Koral­len­rif­f­en, ungeschützte Küsten durch abge­holzte Man­groven­wälder, etc. – dies sind die Alt­las­ten, die wir nun bekämpfen müssen.

 

Stu­den­ten der Uni­ver­sität Utrecht beim Analysieren des Strand Mülls auf der Hol­ländis­chen Insel Tex­el — Copy­right: Luja von Köck­ritz

Die große Aufmerk­samkeit, die das The­ma heute erhält, ist nicht zulet­zt den kleinen Insel­staat­en zu ver­danken, die gegen Ein­wände ander­er Staat­en darauf drängten, die Ozeane als eigen­ständi­gen „Sus­tain­able Devel­op­ment Goal“ (SDG 14) in die Nach­haltigkeit­sagen­da aufzunehmen.  Damit dieses The­ma nun effek­tiv behan­det wer­den kann, haben Fid­schi und Schwe­den sich vorgenom­men, bis 2030 regelmäßige Kon­feren­zen dazu zu organ­isieren und dort alle Stake­hold­er zusam­men­zubrin­gen. Die UN „The Ocean Con­fer­ence“ (#SaveOurO­cean) ist die erste dieser Rei­he und wird mor­gen mit einem „Call for Action“ Text been­det. Darüber hin­aus wur­den bere­its über 1000 soge­nan­nte frei­willige Verpflich­tun­gen („vol­un­tary com­mit­ments“) angekündigt, welche dem Schutz der Ozeane zugute kom­men sollen. Deutsch­land hat mit 12 dieser Verpflich­tun­gen mit beige­tra­gen und möchte sein Engage­ment erhöhen.

 

Den­noch darf nicht aus­ge­blendet wer­den, dass neben den meeres­be­zo­ge­nen Prob­le­men nun auch die Poten­ziale der Meeres­res­sourcen erkan­nt wur­den. Ein großes Stich­wort dazu ist der Tief­see­berg­bau und Blue Econ­o­my. Während ersteres hochgr­a­dig riskant ist kann Blue Econ­o­my – wenn nach­haltig gestal­tet – deut­lich zu anderen SDG-Zie­len Beitra­gen: Armuts­bekämp­fung, Nahrungssicher­heit, Nach­haltiger Touris­mus um einige zu nen­nen.

Lei­der sind aber auch auf dieser UN Kon­ferenz viele Lob­by­is­ten, dessen Inten­tio­nen ein nach­haltiges Geschäftsmod­ell zu entwick­eln, eher fraglich sind. Genau­so fraglich bleiben die Effek­te der Fis­chereisub­ven­tio­nen, die vor allem aus­ländis­che Groß­be­triebe unter­stützen und immer noch vergeben wer­den.

 

Eine Log­ger­head Schild­kröte

Zusam­men­fasend kann man also fest­stellen, dass es neben großer Ernüchterung auch einen Funken Hoff­nung gibt. Die Prob­leme sind bekan­nt und die Lösun­gen größ­ten­teils auch – das „einzige“ das (noch) fehlt, ist der gemein­same poli­tis­che Wille. Und wir als Wäh­ler und Kon­sumenten, soll­ten unser Druck­po­ten­tial nicht unter­schätzen. Es gibt kaum ein The­ma, das so nah mit Kon­sumver­hal­ten ver­bun­den ist. Das sieht man vor allem am momen­tan sehr promi­nente The­ma „Plas­tik”: Benutzt abbaubare Plas­tik­tüten oder gar keine! Kauft mikro­plas­tik­freie Kos­metik- und Zah­n­pro­duk­te! Benutz wieder auf­füll­bare Flaschen und recykelte Pro­duk­te! Esst weniger Seefisch und auss­chließlich Fisch aus nach­haltigem Fis­chfang! Kauft mehr unver­pack­te Lebens­mit­tel und vor allem – ver­sucht im Fre­un­deskreis oder auf eurem Arbeit­splatz diese Inhalte zu ver­bre­it­en!

 

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