Für grüne Weihnachten – Den Weihnachtsbaum neu denken

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von Fer­nan­da Balles­teros und Anngritt Scheuter

Er ist das Epizen­trum des wei­h­nachtlichen Geschehens. Während der Fest­tage ist er in beina­he jedem Wohnz­im­mer zu find­en, Geschenke wer­den stets liebevoll um ihn herum drapiert, jeglich­er deko­ra­tiv­er Resteifer wird ihm gewid­met. In den Sozialen Medi­en posieren die Men­schen stolz vor ihm und ver­schick­en Wei­h­nachts­grüße hin­aus in die weite dig­i­tale Welt. Saftig grün muss er sein, und seinen einzi­gar­ti­gen aber bloß nicht zu pen­e­tran­ten Duft von sich lassen: Unser Wei­h­nachts­baum.

Doch so schön der Christ­baum unser wei­h­nachtlich­es Nest auch zieren mag, so sehr lohnt sich auch ein Blick auf seine Herkun­ft. Allein in Deutsch­land wur­den im ver­gan­genen Jahr schätzungsweise 30 Mil­lio­nen Wei­h­nachts­bäume verkauft. Davon stam­men etwa 90 Prozent von deutschen Flächen. Wichtig dabei zu wis­sen: Bei Christ­baumkul­turen han­delt es sich nicht um Wälder, son­dern um land­wirtschaftliche Flächen. Diese — in den meis­ten Fällen — Monokul­turen, wer­den nicht nach forstwirtschaftlichen Prinzip­i­en bewirtschaftet, son­dern zie­len in erster Lin­ie auf schnelle Wach­s­tum­ser­folge ab. Dün­gung und Pes­tizidein­satz sind hier nicht sel­ten.

Tanne auf dem Wei­h­nachts­markt zur COP24 in Kat­towitz

Wen dies nun abschreckt, wer sich aber den­noch nicht gän­zlich von einem eige­nen Baum tren­nen mag, der möge beim Kauf erfra­gen, von welch­er Kul­tur­fläche der Baum stammt. Ide­al­er­weise natür­lich aus der Region. Des Weit­eren kann es kein Fehler sein, beim Kauf nach dem Ein­satz von Pes­tiziden oder Düngemit­teln zu fra­gen. Einige der Christ­baumpro­duzen­ten agieren im Namen der Umwelt und verzicht­en auf Ein­sätze dieser Art.

Aber zurück zum Baum. Der Wei­h­nachts­baum muss auch nicht zwangsläu­fig immer eine Nord­man­ntanne sein. Ficht­en machen sich eben­so wun­der­bar als Wei­h­nachts­bäume und sind im Aufwuchs längst nicht so empfind­lich wie Tan­nen. Rein äußer­lich ist der Unter­schied für Laien zudem kaum erkennbar.

Bei diesem ganzen hin und her, mag es für den einen oder anderen aus organ­isatorisch­er Sicht am ein­fach­sten erscheinen, sich für einen Plas­tik­baum im Wohnz­im­mer zu entschei­den. Warum auch ein ganzes Baum­leben aus­löschen, nur wegen ein paar schön­er Momente. Wer sich hier in einem Gewis­senskon­flikt befind­et, dem soll ger­at­en sein: Echt­es Grün geht immer vor Plas­tik — UND es muss ja auch nicht gle­ich ein ganz­er Baum sein. Für die richtige Stim­mung und den Duft, tut es auch ein großer Ast, an Bän­dern aufge­hängt und schön deko­ri­ert. Den kann ein großer Baum lock­er ent­behren und unge­hin­dert weit­er­leben.

Für diejeni­gen, die sich bere­its dafür entsch­ieden haben auf Tanne & Co in den eige­nen vier Wän­den zu verzicht­en, denen möcht­en wir hier noch einen kleinen Tipp mit­geben. Im Rah­men des Berg­wald­pro­jek­ts „Wei­h­nachts­bäume für den Wald‘‘ kön­nen die ges­parten Taler in eine sta­bile Umwelt investiert wer­den. Bere­its seit 1987 set­zt sich das in Würzburg behei­matete Pro­jekt ambi­tion­iert für den Schutz heimis­ch­er Wälder ein. Für erschwingliche 17 Euro kann jed­er Baum­begeis­terte den per­fek­ten Wei­h­nachts­baum kaufen. Und zwar nicht für den eige­nen Gebrauch, son­dern naturbe­lassen, das Ökosys­tem stützend, im Wald. Ein Baum mit Zukun­ft, angelegt dafür, viele Win­ter zu über­dauern und dabei noch wichtige Schutz­funk­tio­nen erfül­lend. Wer möchte, kann seinen Wei­h­nachts­baum sog­ar im Som­mer besuchen gehen. Zum Beispiel bei einem der vie­len Frei­willi­genein­sätze des Berg­wald­pro­jek­ts. Dieses ist mit­tler­weile in mehr als vier Län­dern tätig darunter Deutsch­land, Öster­re­ich, die Schweiz und Spanien.

In diesem Sinne wün­schen wir euch hoff­nungsvolle, grüne Wei­h­nacht­en und schließen mit unserem Lieblingslied:

 

O Tan­nen­baum, o Tan­nen­baum,

wie grün sind deine Blät­ter!

Du grünst nicht nur zur Som­mer­szeit,

nein, auch im Win­ter, wenn es schneit.

O Tan­nen­baum, o Tan­nen­baum,

wie grün sind deine Blät­ter!

 

O Tan­nen­baum, o Tan­nen­baum,

du kannst mir sehr gefall­en.

Wie oft hat nicht zur Wei­h­nacht­szeit

ein Baum von dir mich hoch erfreut!

O Tan­nen­baum, o Tan­nen­baum,

du kannst mir sehr gefall­en

 

O Tan­nen­baum, o Tan­nen­baum,

dein Kleid will mich was lehren:

Die Hoff­nung und Beständigkeit

gibt Trost und Kraft zu jed­er Zeit.

O Tan­nen­baum, o Tan­nen­baum,

dein Kleid will mich was lehren


Fer­nan­da ist seit 2018 Teil der Kli­madel­e­ga­tion. Auf der COP24 in Kat­towitz hat sie unter anderem den pol­nisch-franzö­sisch-deutschen Jugen­daus­tausch mitor­gan­isiert. Daneben inter­essiert sie sich vor allem für die Arbeit der AG Kli­ma­fi­nanzierung.

Anngritt ist Försterin und seit 2017 im Team. Ihr liegen vor allem die The­men Umwelt­bil­dung und Empow­er­ment am Herzen.

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