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Frauen sind ein Teil der Lösung – schließt sie nicht aus!

  • von

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Young Fem­i­nist Day @ Cli­mate Con­fer­ence „Was?!“, fragt ihr euch da bes­timmt, „Gen­der-Diskus­sio­nen jet­zt auch noch auf der Kli­makon­ferenz? Haben die da nichts anderes zu tun?“

Fakt ist: Kli­mawan­del bedeutet nicht ein­fach nur erhöhte CO2-Emis­sio­nen und schmelzende Gletsch­er. Der Wan­del unseres Leben­sraums wird alle unsere Lebens­bere­iche betr­e­f­fen und bee­in­flusst auch unsere sozialen Struk­turen. Bei diesem Wan­del darf nie­mand außen vor gelassen wer­den. Aber das Wis­sen und die Anliegen von Frauen wer­den auch hier bei den Kli­maver­hand­lun­gen viel zu wenig ein­be­zo­gen. Die struk­turelle Benachteilung von Frauen set­zt sich in den Kon­feren­zräu­men fort.

 

 

Hier auf der Kli­makon­ferenz kom­men Frauen aller Kon­ti­nente und mit den ver­schieden­sten Inter­essen und Forderun­gen zusam­men, um gemein­sam der Mei­n­ung der Frauen die Bedeu­tung einzuräu­men, die ihr zuste­ht – gle­ichrangig in den Ver­hand­lun­gen neben der Mei­n­ung der Männer.

Dazu sprachen gestern beim Young Fem­i­nist Day junge Frauen aus aller Welt von ihren Erfahrun­gen und ihrer Moti­va­tion, die Stärke der Frauen beim Kampf gegen den Kli­mawan­del voranzutreiben. Frauen sind nicht schwach und hil­fs­bedürftig. Es geht darum das Poten­tial der Frauen — ihr Wis­sen, ihre Erfahrun­gen und ihre Ideen — wirk­lich anzuerken­nen und in den poli­tis­chen Prozess gle­ich­berechtigt einzubringen.

 

 

Reem aus Bahrain hat genug davon, bevor­mundet und belächelt zu wer­den, sie nimmt ihre Sache selb­st in die Hand. Vor zwei Jahren, bei der Kli­makon­ferenz in Warschau, platzte ihr bei einem Gespräch mit der Ara­bis­chen Liga der Kra­gen. Die Delegierten nah­men ihre Forderung nach aktivem Kli­maschutz unüberse­hbar nicht ernst, da sie der Mei­n­ung ein­er jun­gen Frau ein­fach keine Bedeu­tung zumaßen. Sie woll­ten nicht wahrhaben, dass junge Frauen hier wirk­lich für eine Verän­derung kämpfen und dafür hart arbeit­en. Die Sturm­rede, die Reem aus diesem Anlass hielt, machte bald die Runde. Men­schen, die mit so viel Mut und Überzeu­gung auf der Kli­makon­ferenz auftreten, braucht es öfter.

 

 

Fol­gende Botschaft will Reem euch allen mit­geben: Wenn ihr eine Verän­derung wollt, dann fangt sel­ber an, daran zu arbeit­en – andere wer­den euch fol­gen und auch auf­ste­hen, wenn sie die Wirkung eures Engage­ments erkennen.

Und ganz wichtig: Wir müssen den Kampf gegen den Kli­mawan­del gemein­sam ange­hen. Das heißt, wir, aus dem entwick­el­ten Nor­den, müssen uns darum bemühen, uns mit jun­gen Leuten aus dem Glob­alen Süden zu verknüpfen und ihren Mei­n­un­gen Gehör zu ver­schaf­fen. Allzu oft leben wir in ein­er Blase und nehmen nur das auf, was uns nahe ste­ht und unmit­tel­bar bet­rifft. Nur auf Reisen schauen wir mal kurz über unseren Teller­rand hin­aus. Aber um das glob­ale Prob­lem des Kli­mawan­dels wirk­lich erfol­gre­ich anzuge­hen, müssen wir uns alle vere­inen. Wir müssen uns auf der ganzen Welt miteinan­dern verbinden und dür­fen dabei nie­man­den auss­chließen — erst recht nicht die Hälfte der Welt­bevölkerung: Die Frauen.

 

 

Text: Dorothea Epperlein

Bilder: Dorothea Epper­lein, Lind­say Hugh­es, Anna Braam

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